Studium vs. Berufseinstieg Weiter studieren oder ab in den Job? Wann sich der Master lohnt

Spätestens nach dem Bachelor-Abschluss stellt sich für die meisten frischgebackenen Absolvent:innen die Frage: Hänge ich einen Master dran oder steige ich möglichst schnell in den Beruf ein? Neben persönlichen Interessen und privaten Zielen kann hier der Blick auf die Gehaltsentwicklung Aufschluss geben.

Uni adé?

Durchwachte Nächte in der Bibliothek, Hausarbeiten auf den letzten Drücker, Ebbe im Portemonnaie – ein Studium ist nicht immer Zuckerschlecken. Umso reizvoller ist es für viele Absolvent:innen, der Uni möglichst bald den Rücken zu kehren und mit Schwung in den Job zu starten, wo das erste eigene Gehalt lockt. Schließlich studiert man ja (unter anderem) genau dafür – um später gut zu verdienen. Wie so oft im Leben kann es sich aber lohnen, einen kleinen Umweg in Kauf zu nehmen. Denn: Laut einer aktuellen Erhebung von berufsstart.de steigen Absolvent:innen mit Bachelorabschluss im Schnitt mit 37.000 Euro ein; Masterabsolvent:innen verdienen bei Berufseinstieg direkt durchschnittlich 42.000 Euro pro Jahr.

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Kreativität schlägt Master

Wer sich also gehaltlich eine günstige Ausgangsposition schaffen möchte, ist mit dem Master gut beraten. Auch der Karriereplanung steht der höhere Abschluss gut zu Gesicht – Masterabsolvent:innen haben bessere Chancen, direkt in (mittlere) Management-Positionen einzusteigen und werden auch schneller befördert. Das große ABER: Die Gehaltsunterschiede gleichen sich je nach Berufsfeld mit der Zeit teilweise an. Heißt – nicht in allen Berufen lohnt sich der Master, da die bis zu zwei Jahre mehr an der Uni sich letztendlich nicht wesentlich im Gehalt niederschlagen und die Gehaltsaussichten generell eher niedrig sind. Gerade in kreativen Berufen – etwa als Grafik-Designer oder Redakteur – schlägt ein Master-Abschluss (zumindest auf dem Konto) nicht wesentlich zu Buche. Berufseinsteiger:innen verdienen zwischen rund 31.000 Euro (Grafik) und rund 38.000 Euro (Architektur) brutto pro Jahr. Natürlich kann man auch in diesen Berufen finanziell große Sprünge machen – dies gelingt in der Regel dann jedoch eher mit dem Schritt in die Selbstständigkeit und zunehmender Berufserfahrung.

Top-Aussichten in technischen Berufen

Richtig gute Karten haben Masterabsolvent:innen hingegen im Bereich Risk-Management. Mit Masterabschluss steigst du hier im Schnitt mit mehr als 57.000 Euro brutto ein. Ebenfalls gute Aussichten auf überdurchschnittlich bezahlte Jobs haben Ingenieur:innen (rund 52.000 Euro brutto pro Jahr) und Beschäftigte in der technischen Forschung und Entwicklung (rund 53.000 Euro brutto pro Jahr). Zusätzlich einen erheblichen Einfluss auf das Einstiegsgehalt und die spätere Gehaltsentwicklung hat natürlich die Branche, in der der Berufseinstieg gelingt. Die höchsten Gehälter zahlen Banken, große Automobil-Hersteller sowie Pharma- und Consulting-Unternehmen.

Auf Bauchgefühl hören

Letztlich sollte man bei der Frage „Master – ja oder nein?“ aber nicht nur nach Gehaltsaussichten schauen. Wer gerne studiert und an fachlicher Weiterbildung in seinem Gebiet interessiert ist, der sollte natürlich einen Masterabschluss anstreben – auch wenn auf dem Gehaltszettel keine riesigen Sprünge zu verzeichnen sind. Auf der anderen Seite können auch Bachelor-Absolvent:innen, die engagiert sind und gerne anpacken, die gleichen Karriereziele wie Kolleg:innen mit dem Master in der Tasche erreichen. Manchmal kann es auch sein, dass man bereits im Berufsleben steht und auf einmal merkt, dass ein Master für die Weiterentwicklung nun doch sinnvoll wäre. Hier lohnt es sich in jedem Fall, das Gespräch mit dem Arbeitgeber zu suchen – gerade größere Unternehmen stellen ihre Arbeitnehmer:innen zur Weiterbildung frei und zahlen teilweise sogar das Studium.

MBA: Titel für die Karriere im Ausland

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Für keinen anderen akademischen Abschluss muss man so viel blechen wie für den Master of Business Administration (kurz: MBA). Die Investition sollte sich also auch lohnen, oder? Das tut es vor allem, wenn man eine Karriere im Ausland anstrebt. In den USA bleibt der Titel im Vergleich zu anderen Abschlüssen an der Spitze: Das Durchschnittsgehalt mit MBA liegt hier bei 100.000 Dollar. In Deutschland ist der Abstand zum Master nicht ganz so groß; gerade in Consultingfirmen kann sich der MBA dennoch auszahlen. Die Berufserfahrung, das frühere Gehalt und die konkrete Tätigkeit spielen bei der Gehaltsverhandlung aber natürlich auch eine Rolle.

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